Kirschlorbeer richtig pflegen: Schneiden, düngen, gießen & Schädlinge bekämpfen

Kirschlorbeer richtig pflegen: Schneiden, düngen, gießen & Schädlinge bekämpfen

15 min Lesezeit

Kirschlorbeer optimal pflegen 

Die besten Tipps für Düngen, Gießen, Krankheiten und Schädlinge

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) gehört zu den beliebtesten Heckenpflanzen: Er ist immergrün, bildet dichte Sichtschutzhecken und verträgt einen Rückschnitt problemlos. Gleichzeitig gilt er als vergleichsweise robust und kommt – je nach Sorte – mit Sonne, Halbschatten und auch mit etwas Trockenheit zurecht.

Botanisch gesehen ist der Kirschlorbeer übrigens kein Lorbeer, sondern ein Rosengewächs und damit näher mit der Kirsche verwandt. Ursprünglich aus Kleinasien stammend, hat er sich gut an das Klima in Mitteleuropa angepasst und ist bei den meisten Sorten ausreichend frosthart für Gärten in Österreich und Deutschland.

Blüten & Früchte – schön, aber giftig

Blühernder Kirschlorbeer

Im späten Frühjahr bis Frühsommer erscheinen beim Kirschlorbeer zahlreiche weiße Blüten in aufrechten Trauben, die bei Insekten sehr beliebt sind. Aus diesen Blüten entwickeln sich ab Sommer kleine, zunächst rote, später schwarze Früchte.

Wichtig zu wissen: Sowohl Blätter als auch Samen und Früchte des Kirschlorbeers gelten als giftig und sollten nicht verzehrt werden – vor allem in Gärten mit Kindern und Haustieren ist daher Vorsicht angebracht.

Früchte

Im August entstehen aus den Blüten des Kirschlorbeers kleine, rot bis schwarze Früchte, die - Vorsicht - für den Menschen giftig sind. 

Früchte des Kischlorbeer

 

Der richtige Standort für Kirschlorbeer

Kirschlorbeer ist relativ anpassungsfähig, bevorzugt aber:

  • Sonnige bis halbschattige Lagen

  • Windgeschützte Standorte (besonders in rauen Lagen)

  • Unter lockeren, nicht zu trockenen Bäumen wächst er ebenfalls gut

In sehr heißen, vollsonnigen Lagen können junge Pflanzen im Hochsommer unter Hitzestress leiden und brauchen dann eine gute Bewässerung.

Boden: locker, durchlässig – keine Staunässe

Beim Boden ist der Kirschlorbeer nicht übermäßig anspruchsvoll. Ideal sind:

  • Humus- und nährstoffreiche Gartenböden

  • Locker, gut durchlässig

  • Mäßig feucht, ohne Staunässe

Staunässe ist einer der häufigsten Fehler: Die Wurzeln werden geschädigt, die Pflanze lässt Blätter hängen oder wirft sie ab, oft bereits in den ersten Jahren nach der Pflanzung. In schweren Böden lohnt es sich, beim Pflanzen Sand oder groben Kies einzuarbeiten, um die Durchlässigkeit zu verbessern.

Kirschlorbeer richtig einpflanzen

Der beste Pflanzzeitraum liegt – je nach Region – im Frühjahr oder Herbst, solange der Boden frostfrei ist. Containerware kann grundsätzlich von Frühling bis Herbst gesetzt werden.

So gehst du beim Pflanzen vor:

  • Pflanzloch etwa doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen ausheben

  • Boden im Pflanzloch lockern und bei schweren Böden Sand/Kompost einarbeiten

  • Kirschlorbeer so einsetzen, dass der Ballen bündig mit der Erdoberfläche abschließt

  • Mit der ausgehobenen Erde (ggf. mit Kompost oder organischem Dünger gemischt) auffüllen und leicht antreten

  • Anschließend gründlich einschlämmen, also gut angießen

Gerade in trockenen Frühjahren oder heißen Sommern ist die Wasserversorgung in den ersten Wochen entscheidend für das Anwachsen.

Pflege: Gießen & Düngen

Gießen

Kirschlorbeer verträgt kurzfristig auch etwas Trockenheit, aber dauerhafte Trockenperioden schwächen ihn deutlich.

  • Nach dem Pflanzen regelmäßig gießen, bis die Hecke gut eingewurzelt ist

  • An heißen Sommertagen durchdringend wässern, wenn die oberste Bodenschicht abgetrocknet ist

  • Lieber seltener und dafür kräftig gießen, statt ständig „ein bisschen“

Staunässe unbedingt vermeiden – besonders in Senken oder auf verdichteten Böden.

Düngen

Eine ausgewogene Düngung sorgt für sattgrüne Blätter und kräftigen Wuchs.

  • 1–2 Mal pro Jahr mit einem organischen Langzeitdünger oder gut verrottetem Kompost düngen (z. B. im März/April und nochmals im Juni).

  • Alternativ kann ein Universal-Flüssigdünger verwendet werden, dieser muss dann regelmäßiger gegeben werden.

  • Auf stark stickstoffbetonte Überdüngung verzichten, um weiches, krankheitsanfälliges Wachstum zu vermeiden.

Gelbe Blätter können auf Nährstoffmangel, Staunässe oder andere Stressfaktoren hinweisen – daher immer Standortbedingungen mit prüfen.

 

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Krankheiten: Schrotschusskrankheit & Co.

Die häufigste Erkrankung am Kirschlorbeer ist die Schrotschusskrankheit, verursacht durch einen Pilz (z. B. Stigmina carpophila).

Typische Symptome:

  • Kleine, gelblich bis rotbraune Flecken auf jungen Blättern

  • Das abgestorbene Gewebe fällt heraus, es entstehen typische „Schrotschusslöcher“

  • Bei starkem Befall verfrühter Blattfall und geschwächte Pflanzen

Maßnahmen:

  • Stark befallene Triebe großzügig zurückschneiden und Schnittgut entsorgen

  • Möglichst bei trockenem Wetter schneiden, damit die Wunden besser abtrocknen

  • Kranke Blätter nicht auf den Kompost, sondern über den Restmüll entsorgen

  • Pflanze insgesamt stärken (richtiger Standort, Düngung, Bewässerung)

Bei sehr starkem, wiederholtem Befall kann – je nach Zulassung und Produkt – ein Fungizid eingesetzt werden; hier auf Herstellerangaben und aktuelle Zulassung achten.

Diese Pilzkrankheit lässt sich mit einem Fungizid wie Neudorff Fungisan sehr gut bekämpfen auch vorbeugend.

 

Schädlinge: Dickmaulrüssler am Kirschlorbeer

Dickmaulrüssler

Der bekannteste Schädling am Kirschlorbeer ist der Dickmaulrüssler.

Schäden durch Käfer und Larven:

  • Die erwachsenen, nachtaktiven Käfer fressen buchtenartige Fraßspuren am Blattrand – der typische „Buchtenfraß“.

  • Die Larven leben im Boden und fressen an den Wurzeln, was zu Wachstumsstörungen, Welke und im Extremfall sogar zum Absterben der Pflanze führen kann.

Bekämpfung:

  • Käfer nachts absammeln oder mit Versteckfallen (z. B. Töpfe mit Holzwolle) abfangen.

  • Larven im Boden gezielt mit Nematoden (nützliche Fadenwürmer) behandeln; diese werden mit Wasser ausgebracht und suchen die Larven aktiv auf.

Eine Kombination aus mechanischer Bekämpfung der Käfer und Nematoden gegen die Larven ist besonders effektiv.

 

Larve des Dickmaulrüsslers

Der ausgewachsene, nachtaktive Käfer hinterläßt dann buchtenartige Fraßspuren an den Blättern.

Fraßspuren des Dickmaulrüsslers

 

 Der Käfer kann abgesammelt werden in der Nacht oder man stellt Tongefäße mit Holzwolle auf, in denen der Dickmaulrüssler sich tagsüber zurückzieht. Die Holzwolle wird dann tagsüber samt den Dickmaulrüsslern entsorgt und dann frisch bestückt.

 

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Anwendung: In Wasser verdünnen und auf Bodenfläche ausbringen
Wichtig: Bodentemperatur mind. 12°C, Boden 4 Wochen feucht halten

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Vermehrung durch Stecklinge

Kirschlorbeer lässt sich leicht durch Stecklinge vermehren.

So gelingt die Stecklingsvermehrung:

  • Aus dem Rückschnitt etwa 10–15 cm lange, halb verholzte Triebe auswählen

  • Unteres Blattpaar entfernen, restliche Blätter ggf. einkürzen

  • Stecklinge in ein feuchtes Erde-Sand-Gemisch stecken oder zunächst in ein Wasserglas stellen

  • Hellen, aber nicht vollsonnigen Platz wählen und Temperatur um 20 °C halten

  • Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass halten

Die Bewurzelung kann einige Wochen dauern; bewurzelte Stecklinge können später in Töpfe oder direkt in den Garten umgesetzt werden.

 

Kurze Schritt-Zusammenfassung (How-to)

  1. Geeigneten Standort wählen: sonnig bis halbschattig, windgeschützt, keine Staunässe.

  2. Boden vorbereiten: lockern, ggf. Sand/Kompost einarbeiten.

  3. Einpflanzen: Pflanzloch doppelt so groß, Kirschlorbeer einsetzen, auffüllen, gut angießen.

  4. Gießen & Düngen: gleichmäßige Wasserversorgung, 1–2 Mal jährlich organisch düngen.

  5. Regelmäßig schneiden: Spätwinter und Ende Juni, mit scharfer Schere und Handschuhen.

  6. Auf Krankheiten/Schädlinge achten: Schrotschuss und Dickmaulrüssler rechtzeitig erkennen und behandeln.

FAQ für deinen Artikel

Wie oft sollte man Kirschlorbeer gießen?
Nach der Pflanzung regelmäßig, bis die Hecke eingewurzelt ist. Später bei Trockenheit durchdringend wässern, Staunässe aber unbedingt vermeiden.

Wann ist der beste Zeitpunkt, Kirschlorbeer zu schneiden?
Stärkere Rückschnitte erfolgen im Spätwinter (frostfrei), Formschnitte zur Verdichtung Ende Juni bis Sommer.

Warum bekommt mein Kirschlorbeer gelbe oder braune Blätter?
Ursachen können Staunässe, Trockenheit, Nährstoffmangel, Frostschäden oder Pilzkrankheiten wie die Schrotschusskrankheit sein.

Ist Kirschlorbeer giftig?
Ja, Blätter, Samen und Früchte des Kirschlorbeers gelten als giftig und sollten nicht verzehrt werden. Beim Schneiden Handschuhe tragen.

Was tun bei Löchern in den Blättern?
Kleine Löcher im Blattinneren deuten oft auf Schrotschusskrankheit hin, buchtenartige Fraßspuren am Rand auf Dickmaulrüssler. Je nach Ursache entsprechend Pilzbekämpfung oder Nematoden einsetzen.

Kann ich Kirschlorbeer im Topf halten?
Ja, bei ausreichend großem Gefäß, guter Drainage und regelmäßiger Düngung; Winterschutz ist in rauen Lagen wichtig.

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